Die Bürgerinitiatve Gutenberg-Museum begrüßt ausdrücklich, die Diskussionen um die Zukunft des Gutenberg-Museums im Mainzer Stadtrat. Allerdings weist sie nochmals auf das Abstimmungsergebnis mit 78% Ablehnung gegenüber dem Bibelturm hin.

BI-Sprecher Nino Haase dazu: „Dass auch der Stadtrat nun zu dem Schluss kommt, dass es bei Projekten wie einer innerstädtischen Museumserweiterung nicht ohne Bürgerbeteiligung im Vorfeld der Planungen geht, ist löblich – es war für uns aber auch eine unglaubliche Arbeit über die letzten zwei Jahre dieses Bewusstsein dort überhaupt zu wecken. Nichtsdestotrotz sollte man auf städtischer Seite etwas behutsamer mit dem Abstimmungsergebnis umgehen. Niemand will, wie Frau Kracht nun sagte, ‚25 runde Tische einberufen‘. Aber dass wir als Vertreter der den Bibelturm in großer Mehrheit abgelehnten Wählerschaft nun den ersten Schritt tun und zu einem gemeinsamen Arbeitstreffen einladen, sollte man auch auf Fraktionsseite einfach akzeptieren. Es wäre auch eine Geste dahingehend, das Ergebnis vom 15. April ernst zu nehmen und eine neue Form der Bürgerbeteiligung in der Zukunft etablieren zu wollen.“

Interessant findet die BI auch, dass nun die Forderungen aus ihrer eigenen Wahlkampagne plötzlich doch im Stadtrat auftauchen. „Nun kommen endlich auch Teile der Ampel auf die Idee, dass man vor einem Baubeginn schon hohe Geldsummeln sammeln und diese Partner, ob privat oder öffentliche Hand, dann auch ganz grundlegend in die Planungen einer großen Gesamtlösung einbinden muss. Und dass man nicht mit einer unfertigen Finanzierungsidee und ohne Aussicht auf Partner ein Großprojekt Weltmuseum Druckkunst/Gutenberg angehen kann. Es ist schade, dass diese Erkenntnis einen Bürgerentscheid brauchte, um endlich zu gedeihen – aber besser spät als nie.“, führt der BI-Gründer Thomas Mann aus. Zur weiteren Rolle der BI in den zukünftigen Planungen äußert sich Herr Mann folgendermaßen: „Das Heft des Handelns wird und muss natürlich immer bei der Verwaltung liegen. Aber im Rahmen der dann ablaufenden Bürgerbeteiligung, haben wir einige Ideen und Vorschläge, wie man diese effizient durchführen könnte. Auch würden wir natürlich die Gutenberg-Stiftung beim Gewinnen zukünftiger Mittel unterstützen. Allerdings ist für uns eines klar: Dies muss über kurz oder lang in professionelle Hände gelegt werden. Wir möchten niemandem im Ehrenamt das Engagement absprechen – aber die nötigen Summen, die Stadt und Museum als Eigenkapital aufbringen müssen, bis man sich an zusätzliche Träger wenden und von einem großen Wurf sprechen könnte, sind so groß, dass wir glauben, dass es dafür hauptamtliche Mitarbeiter braucht.“

Der Termin für einen ersten Runden Tisch wurde nun auf den 28.5. gelegt und so auch von Herrn Michael Ebling und Frau Marianne Grosse bestätigt. Weitere Vertreterinnen und Vertreter aus dem Museum, Gutenberg-Stiftung und Gesellschaft sowie aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik wurden darüber hinaus ebenfalls angesprochen.